Sep 27 2008

Fernseh-Debatte Barack Obama gegen John McCain ohne Sieger

Autor Hartmut Dresia at 06:05 Kategorie Politik USA

Barack Obama John McCain

Barack Obama - John McCain

creative commons

Um 3:00 Uhr heute morgen begann die erste Fernseh-Debatte zwischen den Kandidaten für die amerikanische Präsidentschaft Barack Obama und John McCain. 95 Minuten stritten die Kandidaten über Außenpolitik und die globale Finanzkrise.

Bei einer CNN Umfrage hatten 59 Prozent der Zuschauer vor der Debatte angegeben, sie würden Barack Obama als Sieger erwarten, nur 34 Prozent gingen davon aus, dass John McCain obsiegen würde. Nach der Auseinandersetzung kann jedoch ein Gewinner kaum festgestellt werden, gehört man nicht zu einem Lager der beiden Kandidaten.

Was Senator Obama nicht zu verstehen scheint

Wie ein roter Faden zog sich die Wendung durch die Debattenbeiträge John McCains, “was Senator Obama nicht zu verstehen scheint”, immer wieder, ohne Aggression, nahezu besorgt vorgetragen.

McCain trat als Angreifer auf, der sich zugleich als erfahrener und erprobter Staatsmann darstellte. Er lächelte milde während der Beiträge seines Gegners.

Das 700-Milliarden-Dollar-Programm zur Milderung der Finanzkrise bezeichnete er als Ende des Beginns einer Krise. Er wolle gegen die Resignation angehen, forderte Verantwortlichkeit ein, gestand zu, dass man einen falschen Weg gegangen sei.

“Die Regierung hat uns geändert, nicht wir die Regierung”, kommentierte er die Wirkung von 8 Jahren Präsidentschaft George Bushs auf die Republikaner. Nun müsse neues Vertrauen in die amerikanischen Arbeiter und die Zukunft der USA geschaffen werden. Das System sei zu reinigen, die USA hätten jetzt schon die zweithöchsten Unternehmenssteuern in der Welt, jedwede Steuererhöhung sei deshalb abzulehnen, Ausgabenkontrolle wäre vielmehr erforderlich.

Barack Obama wirkte anfänglich nervös, nicht souverän. Zwei Kriege und die größte Finanzkrise in der Geschichte seien das Ergebnis von 8 Jahren Präsidentschaft Bushs.

McCain habe Bush in 90 Prozent der Fälle unterstützt. Die Krise bezeichnete er als das Ergebnis einer ökonomischen Ideologie der Republikaner, deren Wirtschafts-Philosophie wäre einfach falsch.

Obama forderte Energieunabhängigkeit und Gesundheitsfürsorge für alle Amerikaner.

Er sei Gegner des Irak-Krieges gewesen. Dieser Krieg hätte 600 Milliarden Dollar und tausende Tote gekostet. Derweil habe man verabsäumt, die Mittel gegen die Verantwortlichen für den 11. September einzusetzen.

Hausmannskost an der Grenze zur Langeweile

Die erste Fernseh-Debatte zwischen den Kandidaten für die amerikanische Präsidentschaft Barack Obama und John McCain hat stattgefunden. Die Erwartungen waren hoch. Hätte man aber nicht gewusst, dass hier die beiden Bewerber um das höchste Amt der USA agierten, es hätte sich sehr bald Langeweile eingestellt. Interessante Argumente, überraschende Wendungen oder Fehltritte waren nicht zu verzeichnen. Gut präpariertes business as usal, Hausmannskost, wurde dem Zuschauer geboten.

Die Form derartiger Fernsehdebatten bleibt fragwürdig. Brauchen Kandidaten für das Amt des amerikanischen Präsidenten wirklich einen Moderator, wenn sie miteinander debattieren? Muss sich der Austausch auf sattsam Bekanntes und Gehörtes beschränken? Obama und McCain sind einen Mittelweg gegangen, verhalten und risikoscheu.

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