Aug 02 2008

McCain-Erfolg mit bösen Angriffen auf Obama? Pressestimmen

Autor Hartmut Dresia at 01:42 Kategorie Politik aktuell

Barack Obama - John McCain

Barack Obama - John McCain

“Er geht lieber ins Fitness-Studio als verwundete Soldaten zu besuchen”, so begann die Angriffs-Woche der McCain-Kampagne gegen Barack Obama.

Dann: “Barack Obama ist der größte Prominente auf der Welt, vergleichbar mit Tom Cruise, Britney Spears und Paris Hilton.”

Weiter: “Barack Obama sieht sich selbst als Symbol für die Sehnsüchte der Welt nach Amerika.”

Die Strategie der McCain-Kampagne wird klar: Angriff, Angriff, Angriff, Obama ist keiner von uns, mag er Weltstar sein, abgehoben, so einer kann nicht Präsident der normalen Amerikaner werden.

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Es wird verdreht und verbogen. Barack Obama hatte vor Senatskollegen gesagt: “Es ist auf meiner Reise zunehmend klar geworden, … dass es bei den Menschenmassen, der Begeisterung, den 200.000 Leuten in Berlin, überhaupt nicht um mich geht. Es geht um Amerika. Ich selbst bin nur ein Symbol geworden …” (”It has become increasingly clear in my travel, … that the crowds, the enthusiasm, 200,000 people in Berlin, is not about me at all. It’s about America. I have just become a symbol…”) Die Verdrehung der McCain-Kampagne: Barack Obama sieht sich selbst als Symbol für die Sehnsüchte der Welt nach Amerika.

Barack Obama hat darauf verzichtet ein Militär-Krankenhaus zu besuchen. Er wollte dem Vorwurf entgehen, verwundete Soldaten zu Wahlkampf-Zwecken zu missbrauchen. Die Verbiegung der McCain-Kampagne: Er geht lieber ins Fitness-Studio als verwundete Soldaten zu besuchen.

McCain - unberechenbar, hitzköpfig, verliert die Beherrschung

John McCain war als ehrbarer Wahlkämfer gestartet. Doch die sprunghafte und aggressive Art der Wahlkampagne John McCains scheint frühere Urteile über ihn zu bestätigen.

Sein Parteifreund und Senatskollege Thad Cochran sagte über ihn zu Beginn des Jahres: “Mir läuft es kalt über den Rücken, wenn ich daran denke, dass er Präsident sein könnte … Er ist unberechenbar. Er ist hitzköpfig. Er verliert die Beherrschung und er beunruhigt mich.” (”The thought of his being president sends a cold chill down my spine … He is erratic. He is hotheaded. He loses his temper and he worries me.”)

John Weaver, über Jahre einer der engsten Freunde und Vetrauten John McCains, hält die McCain-Werbespots für “kindisch”. Damit “verkleinere” McCain sich selbst. Er solle den Amerikanern lieber sagen, wie er zu führen beabsichtige, er könne das Land inspirieren.

McCains Kampagne wird kritisiert - doch ist sie erfolgreich?

Barack Obama - John McCain

Gallup Daily: 26. - 31. Juli 2008

Vor wenigen Tagen hatte Barack Obama noch 9 Punkte Vorsprung vor John McCain. Nun misst Gallup Daily einen Gleichstand, 44% für beide bei den registrierten Wählern in den USA.

Meinungsumfragen sind Momentaufnahmen mit begrenzter Aussagekraft. Doch die Entwicklung der Gallup-Umfrage in den letzten Tagen kann durchaus den Eindruck bestätigen, dass die aggressive Kampagne John McCains gegen Barack Obama nicht ohne Wirkung geblieben ist - unbeschadet ihrer Kritikwürdigkeit und Zweifelhaftigkeit.

McCains Angriffs-Werbespot “celebrity”

Text:
Sprecherin: He’s the biggest celebrity in the world.
But, is he ready to lead?
With gas prices soaring, Barack Obama says no to offshore drilling.
And, says he’ll raise taxes on electricity.
Higher taxes, more foreign oil, that’s the real Obama.
John McCain: I’m John McCain and I approve this message.

Die Antwort Barack Obamas “same old politics”

Barack Obama - Town Hall in Cedar Rapids

Text:
Given the seriousness of the issues, … you’d think we could have a serious debate.
But so far, all we’ve been hearing about is Paris Hilton and Britney Spears. I mean, I do have to ask my opponent, is that the best you can come up with? Is that really what this election is about? Is that what is worthy of the American people?
The crowd: “NOOOOOOOOOO.”
Even the media has pointed out that Senator John McCain — who started off talking about running an honorable campaign — has fallen back on predictable political attacks and demonstrably false statements. But here’s the problem. All of those negative ads spending all this time talking about me, instead of talking about what he’s going to do, that’s not going to lower your gas prices …
It’s politics as a game, but the time for game-playing is over. That’s why I’m running for President of the United States of America.

Pressestimmen

01.08.2008 | 20:26 Uhr | Düsseldorf (ots)

Rheinische Post: Unfairer Wahlkampf

Von FRANK HERRMANN

Was ist nur in John McCain gefahren? Er schimpft wie ein Rohrspatz, zieht das spannende Duell mit Barack Obama auf Stammtischniveau.

Es begann mit dem beleidigenden Spruch von den kriecherisch jubelnden Deutschen. Wer dies noch für einen Ausrutscher hielt, der sieht sich inzwischen eines Schlechteren belehrt. Die Schlammschlacht hat Methode. Die Mannschaft des Republikaners tut alles, um Zweifel zu säen und Skepsis zu verstärken. Amerikas Normalbürger soll kalte Füße bekommen, wenn er an Obama denkt.

“Der ist keiner von uns”, lautet unausgesprochen das Motto McCains. Kein zupackender Amerikaner, sondern ein Rockstar, eine Großpackung heißer Luft. Auf so was mögen die blauäugigen Europäer hereinfallen, die US-Wähler gewiss nicht. Wo ist die Fairness geblieben, die McCain einst versprach?

Eine Zeit lang sah es so aus, als gingen die Schläge dieses Wahlkampfes zur Abwechslung einmal nicht unter die Gürtellinie. Die grobe Polemik der Bush-Jahre schien passé. Zwei originelle und unabhängige Köpfe schienen für Debatten mit Anstand zu stehen. Jetzt bedient sich McCain exakt der gleichen Taktik, derer sich George W. Bush 2004 im Zweikampf mit John Kerry bediente.

Quelle: ots

01.08.2008 | SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE: McCain wirft Obama falsches Spiel mit Hautfarbe vor

Obamas Lager richtet sich auf weitere ähnliche Attacken von Seiten McCains ein. “Wir glauben, dass der Ton des Wahlkampfes sich nicht mehr ändern wird”, sagte Obamas Wahlkampfmanager David Plouffe. “Das ist, was er den Wählern zu bieten hat, immer bösere, persönliche Angriffe auf den Charakter, während die Menschen da draußen jeden Tag zu kämpfen haben.”

Quelle: SPIEGEL ONLINE

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3 Kommentare zu “McCain-Erfolg mit bösen Angriffen auf Obama? Pressestimmen”

  1. Webnews.deon 02 Aug 2008 at 01:55

    McCain-Erfolg mit bösen Angriffen auf Obama? Pressestimmen…

    Die Strategie der McCain-Kampagne wird klar: Angriff, Angriff, Angriff, Obama ist keiner von uns, ma…

  2. xoorg.com - share your news...on 02 Aug 2008 at 02:49

    McCain-Erfolg mit bösen Angriffen auf Obama? Pressestimmen…

    Die Strategie der McCain-Kampagne wird klar: Angriff, Angriff, Angriff, Obama ist keiner von uns, mag er Weltstar sein, abgehoben, so einer kann nicht Präsident der normalen Amerikaner werden.

    McCains Parteifreund und Senatskollege Thad Cochran sagte…

  3. Osamaon 21 Aug 2008 at 14:08

    Ne ganz einfache allgemeine Festellung ist doch: “Was ist das besondere an dieser Wahl?”. Ich kenne weder von Obama noch von McCain die wahre politische Vorgeschichte. Mir ist die Wahl in den USA (wenn sie überhaupt stattfindet) sowas von egal. Der Fahrplan für die nächsten Monate und Jahre steht doch sowieso.

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